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(Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereines)

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Tagungsband "Herzog Heinrich der Fromme (1473-1541)"

Am 8. Oktober 2005 fand in Freiberg
anlässlich des 500. Jahrestages des Herrschaftsantritts Herzog Heinrichs von
Sachsen in den beiden Ämtern Freiberg und Wolkenstein ein durch den Freiberger
Altertumsverein e. V. und die TU Bergakademie Freiberg
veranstaltetes Kolloquium statt. An diesem nahmen neben vor Ort tätigen
Historikern, Archivaren und Baugeschichtlern auch zahlreiche Landeshistoriker
vor allem aus Dresden und Leipzig teil. Nach etwas mehr als einem Jahr wird der
reich bebilderte, vom Sax-Verlag in Beucha verlegte Tagungsband am 27. 2.,
19:00 Uhr im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg der Öffentlichkeit vorgestellt
werden. Den Festvortrag zu Heinrich dem Frommen wird der namhafte
Landeshistoriker und Reformationsgeschichtler Prof. Dr. Günther Wartenberg,
Leipzig, halten. Ab dem 28. 2. ist die Publikation für 24,80 Euro in den
Buchhandlungen erhältlich.
Herzog Heinrich, dem die Nachwelt den
Beinamen "der Fromme" gegeben hat, wurde im Jahr 1473 geboren.
Während sein älterer Bruder Georg der Bärtige die Regierung im Herzogtum
Sachsen ausübte, übernahm Heinrich im Jahre 1505 die beiden Ämter Freiberg und
Wolkenstein. Nachdem jedoch Georg 1539 ohne überlebende Kinder gestorben waren,
konnte Heinrich für zwei Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1541 die Regierung im
gesamten Herzogtum ausüben.
Trotz
seiner nur kurzen Regierungszeit hat Herzog Heinrich bleibende Leistungen
hinterlassen: Die von seiner Ehefrau Katharina von Mecklenburg beförderte und
von ihm als regierendem Fürst eingeführte Reformation in den Ämtern Freiberg
und Wolkenstein im Jahre 1537 und zwei Jahre später im gesamten albertinischen
Sachsen hatte reichspolitische Bedeutung und wirkt bis in unsere Zeit fort. Die
zweite große Leistung des Reichsfürsten war nach großen Silberfunden die
Gründung der Bergstadt Marienberg im Jahre 1521. Die Marienberger verehren noch
heute ihren Stadtgründer mit einer nach ihm benannten Straße und vor allem mit
dem großen Bronzestandbild auf dem Marktplatz.
In dem Tagungsband werden die bisherige
Darstellung des Fürsten in der Geschichtswissenschaft einer kritischen Prüfung
unterzogen, die herrschaftlichen Grundlagen Herzog Heinrichs akribisch
herausgearbeitet, seine Leistungen in Friesland beleuchtet und die Einführung
der Reformation nachgezeichnet. Weiterhin wird auf Heinrichs Verhältnis zu
"seinen" Städten Freiberg, Wolkenstein, Marienberg,
Ehrenfriedersdorf, Geyer und Thum eingegangen, das Baugeschehen Freibergs unter
seiner Herrschaft untersucht und die Gründung Marienbergs aus kunsthistorischer
Sicht europäischen Vergleichen unterzogen. Außerdem sind seinem Bruder Georg
und seiner Ehefrau Katharina sowie der Bergverwaltung in der Zeit von 1485 bis
1540 eigene Aufsätze gewidmet. Mit dem vorliegenden Tagungsband werden zahlreiche
neue Forschungsergebnisse veröffentlicht, so dass die historische Darstellung
der so wichtigen und weittragenden Ereignisse in der 1. Hälfte des 16.
Jahrhunderts in Sachsen auf eine neue Grundlage gestellt wird.
Inhaltsverzeichnis:
Dr. André Thieme, Dresden:
Der Brüderliche Vertrag zwischen den Herzögen Georg (dem Bärtigen) und Heinrich
(dem Frommen) zum Jahre 1505.
Einführung und Edition, S. 9-19
PD Dr. habil. Uwe Schirmer, Leipzig:
Herzog Heinrich von Sachsen (1473-1541). Ein Fürstenleben zwischen
spätmittelalterlicher Frömmigkeit und lutherischer
Reformation, S. 21-42
Dr. André Thieme, Dresden:
Die Ämter Freiberg und Wolkenstein. Historische Entwicklung und Strukturen bis
zur Mitte des 16. Jahrhunderts, S. 43-74
Dr. Heiko Jadatz, Leipzig:
Herzog Heinrich von Sachsen als Förderer der Wittenberger reformation und als
evangelischer Landesherr, S. 75-93
Prof. Dr. Reiner Groß,
Kreischa-Lungkwitz:
Die albertinischen Wettiner, Herzog Heinrich von Sachsen und das
friesländische Erbe, S. 95-105
Prof. Dr. Siegfried Bräuer, Berlin:
Katharina - evangelische Landesherrin in Sachsen (1487-1561), S. 107-130
Prof. Dr. Siegfried Hoyer,
Leipzig:
Georg, Herzog von Sachsen 1530 bis 1539, S. 131-146
Herbert Kaden, Freiberg:
Leipziger Teilung, Maastrichter und "Brüderlicher" Vertrag und
der Aufbau der Bergverwaltung im "Freiberger Ländchen" in der
1. Hälfte des 16. Jahrhunderts, S. 147-181
Dr. Ulrich Thiel, Freiberg:
Beobachtungen zum Verhältnis von Herzog Heinrich zu den Städten seines
Herrschaftsgebietes, S. 183-198
Yves Hoffmann, Dresden und Uwe Richter,
Freiberg:
Die bauliche Entwicklung Freibergs in der Regierungszeit Herzog Heinrichs, S.
199- 232
Klaus Kratzsch, München:
Marienberg - eine Idealstadt der Renaissance, S. 233-245
Wolfgang Schwabenicky, Altmittweida:
Die angebliche Lutherpredigt in Ringethal, Amt Freiberg, S. 247-258
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