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Mitteilungen des Freiberger Alterumsvereines   Denkmaltopographie   Mitgliederpublikationen   Andreas- Möller- Geschichtspreis

 

                   Andreas- Möller- Geschichtspreis: Vorträge und Publikationen:

                   Die jährlichen Preisverleihungen werden jeweils von drei Vorträgen umrahmt, die einem bestimmten Thema gewidmet
                   sind. Im Jahr 2002 widmeten sich die Vorträge anlässlich des Forschungsprojektes zu den renaissancezeitlichen
                   Musikinstrumenten einzelnen Aspekten der kurfürstlichen Begräbniskapelle im Freiberger Dom. Im Jahr 2003 war
                   anlässlich des 250. Jahrestages der Wiedereinweihung der Nikolaikirche Freiberg nach dem Barockumbau im Jahr
                   1753 die Baugeschichte dieses Sakralbaus das Thema der Preisverleihung. Im Jahr 2004 stand der im 19. Jahrhundert
                   angelegte Rothschönberger Stolln im Mittelpunkt, nachdem dieser nach den Hochwasserschäden des Jahres 2002 saniert
                   worden ist.
Die feierliche Preisverleihung 2005 stand ganz im Zeichen des großen Renaissance- Humanisten Georgius
                   Agricola. Sie fügte sich thematisch in die zahlreichen Aktivitäten zu seinem 450. Todestag.
                   Im März 2006 wurde der
Andreas - Möller -Geschichtspreis mit der ersten nationalen Auszeichnung der Deutschen
                   Sparkassen-Finanzgruppe für Stiftungen prämiert. Die Ehrung "David 2006" erlebte damit ihre Premiere und wird künftig
                   an Projekte verliehen, die mit einem kleinen Finanz-Budget sehr erfolgreich sind.

                    Die Vorträge der Preisverleihungen der Jahre 2002 und 2003 sind in einer Publikation zusammengefasst worden, die am
                    30. Oktober 2004 zur Preisverleihung erschien. Das insgesamt 130 Seiten umfassende Heft vereint somit sechs
                    Aufsätze zu vorwiegend bau- und kunstgeschichtlichen Themen. Mit 20 Farbabbildungen auf acht Farbtafeln
                    und 99 schwarz-weiß-Abbildungen ist die Publikation ansprechend ausgestattet. Im Folgenden werden die einzelnen
                    Aufsätze kurz vorgestellt:

                    Claudia Kunde: Die Begräbniskapelle der albertinischen Wettiner im Freiberger Dom, S. 11-32

                    Die Begräbniskapelle gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der Renaissance nördlich der Alpen. Sie wurde in der Zeit
                    von 1585 bis 1594 von führenden europäischen Künstlern wie Giovanni Maria Nosseni und Carlo die Cesare del Palagio und
                    einheimischen Meistern gestaltet. Bereits vor der Anlegung der Begräbniskapelle war mit dem im Jahr 1541 verstorbenen
                    Herzog Heinrich der erste evangelische Wettiner hier bestattet und damit die neue Grablege eröffnet worden. Sein im Jahr
                    1553 in der Schlacht bei Sievershausen gefallener Sohn Kurfürst Moritz erhielt mit dem nach Entwürfen von Gabriel und
                    Bendetto Thola ein bereits 1559-1562 von Antonius von Zerroen gefertigtes Freigrab, das sogenannte Moritzmonument, das
                    ebenfalls ein international bedeutendes Renaissancekunstwerk ist. Die derzeit an ihrer Dissertation arbeitende Kunst-
                    historikerin geht vor allem dem Funeralwesen dieser Zeit nach und erläutert anhand des Begräbnisses von Kurfürst
                    Christian I. (1560-1591) einige wesentliche Aspekte.

                    Andreas Schulze: Die Figurine des Kurfürsten Moritz aus dem Freiberger Dom, S. 33-51

                    Kurfürst Moritz, der im Jahr 1553 nach einer in der Schlacht bei Sievershausen erlittenen Verletzung verstorben war, erhielt
                    auf Veranlassung seiner Bruders August
  ein prächtiges Grabmal. In den letzten Jahrzehnten stand hingegen ein Objekt
                    nicht so sehr im Zentrum der Aufmerksamkeit, da sich dieses seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Restaurierung
                    in Dresden befand - die so genannte Moritzfigurine. Sie wurde wahrscheinlich unmittelbar nach dem Tod von Moritz
                    geschaffen und trägt die Rüstung, die dieser in der Schlacht trug und die das tödliche Einschussloch im Rücken aufweist.
                    Der Autor, der als Restaurator im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen tätig ist, geht der interessanten Geschichte der
                    Figurine nach und erläutert die einzelnen, teilweise höchst komplizierten Restaurierungsschritte. So war es möglich, die
                    Figurine erstmals seit Jahren wieder im Rahmen der Landesausstellung in Torgau der Öffentlichkeit zu präsentieren

                    Eszter Fontana und Veit Heller: Musikinstrumente in Engelshand. Ein Forschungsprojekt zu den Renaissance-
                                                                   instrumenten in der Begräbniskapelle des Freiberger Domes, S. 53-59

                    Die beiden Autoren vom Musikinstrumentenmuseum Leipzig leiten das Forschungsprojekt zu den Musikinstrumenten, die
                    den Engeln auf dem obersten Sims der Begräbniskapelle im ausgehenden 16. Jahrhundert in die Hände gegeben worden
                    sind. Nachdem bereits im Jahr 1884 Richard Steche erkannt hatte, dass es sich zumindest bei einigen der Instrumente
                    um spielbare Originale und nicht etwa um Attrappen handelt, waren diese immer wieder Gegenstand der Forschung. Durch
                    Zettel in einigen der Geigen war beispielsweise bekannt, dass sie von der Geigenbauerfamilie Klemm aus Randeck bei
                    Freiberg stammen. Jedoch erst im Jahr 2002 ergab sich die Gelegenheit, die Instrumente in ihrer Gesamtheit mit
                    verschiedenen Partnern nach neuesten wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen und zu analysieren. So entstanden
                    auch millimetergenaue Kopien der Instrumente die in einer spektakulären Aufführung am 15. Mai 2004 im Freiberg Dom
                    erstmals zu hören waren, nachdem Veit Heller in einem Vortrag in der Nikolaikirche einige der für die Musizierpraxis des
                    späten 16. Jahrhunderts nicht zu unterschätzenden neue Erkenntnisse erläutert hatte.

                    Uwe Richter: Die Freiberger Nikolaikirche - Historische Einordnung und Ergebnisse archäologischer Grabungen,
                                        S. 61-77

                    Der damals als Stadtarchäologe tätige Historiker und Ur- und Frühgeschichtler Uwe Richter stellt die von ihm geleiteten
                    Ausgrabungen in der Nikolaikirche vor, die von 1990 bis 1994 stattfanden. Die bemerkenswerte Erkenntnis zweier
                    romanischer steinerner Vorgängerbauten mit beachtlichem plastischen Bauschmuck gehört dabei zu den wichtigsten
                    Ergebnissen der archäologischen Untersuchungen. Darüber hinaus geht der Autor der Geschichte dieses Sakralbaus
                    von seiner Gründung in der Zeit um 1170 bis zum Abschluss der grundlegenden Sanierung im Jahre 2002 nach und
                    setzt diese in Beziehung zu den Bautätigkeiten an der Nikolaikirche. Für die Geschichte der Reformation in Freiberg ist
                    weiterhin interessant, dass der erste öffentliche evangelische Gottesdienst in Freiberg im Jahr 1533 in dieser Kirche noch
                    vor der Einführung der Reformation in den Ämtern Freiberg und Wolkenstein im Jahr 1537 stattfand.

                    Heinrich Magirius: Die bau- und kunstgeschichtliche Bedeutung der Nikolaikirche Freiberg zur Zeit der Romanik und
                                               Gotik, S. 79-102

                    Auf der Grundlage der Ergebnisse der archäologischen und bauarchäologischen Untersuchungen geht der Autor den
                    einzelnen baulichen Aspekten und Abhängigkeiten der drei Steinbauten der Nikolaikirche Freiberg nach. Der Vergleich
                    mit den anderen Freiberger Kirchen erweist sind dabei ebenso aufschlussreich wie der überörtliche Vergleich mit dem
                    Kirchenbau in Obersachsen im Mittelalter. Die umfassende Kenntnis der Bau- und Kunstgeschichte Mitteldeutschlands
                    (und darüber hinaus) des langjährigen sächsischen Denkmalpflegers und Kunsthistorikers kommt dem Forschungs-
                    gegenstand ebenso zu Gute wie seine Fähigkeit solche Bauwerke in allgemeine Entwicklungen einzuordnen und
                    Besonderheiten sowie Neuerungen zu erkennen.

                    Mario Titze: Der barocke Umbau der Freiberger Nikolaikirche und ihre Ausstattung, S. 103-121

                    Der Kunsthistoriker, dessen Dissertation über "Das barocke Schneeberg" kürzlich im Druck erschienen ist, erweist sich
                    einmal mehr als hervorragender Kenner barocker Kunstgeschichte Mitteldeutschlands. Der Barockumbau der Nikolaikirche
                    unter Leitung des Freiberger Ratszimmermeister Johann Gottlieb Ohndorff erfolgte unter wesentlicher Beteiligung von
                    Dresdner Hofkünstlern. So erscheinen in den Akten beispielsweise der Oberlandbaumeister Johann Christian Knöffel -
                    
der Baumeister des sächsischen Rokoko - der Hofbildhauer Gottfried Knöffler und der Hofmaler Christian Wilhelm Ernst
                    Dietrich. Der Autor versteht es, die teilweise schwer zu interpretierenden archivalischen Belege mit den tatsächlich
                    vorhandenen Werken zu verbinden, so dass ein geschlossenes Bild von den jeweiligen Anteilen der Dresdner und der
                    örtlichen Künstler, wie vor allem der Bildhauer Johann Gottfried Stecher aus Hainichen, am Kirchenbau und der
                    Ausstattung der Freiberger Nikolaikirche entsteht.

 

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                    Die Vorträge der Preisverleihungen der Jahre 2004 und 2005 sind in einer zweiten Publikation zusammengefasst worden.
                    Sie erschien am 18. November 2006. Auf 112 Seiten mit 5 Übersichtsskizzen sowie 39 schwarz-weißen- und 12 farbigen
                    Abbildungen werden 6 Aufsätze präsentiert
 

                    Rainer Sennewald: Meißner Stolln und Rothschönberger Stolln- Das Projekt und seine Zeit, S. 19-53

                    Günter Meier: Der Verbruch des Rothschönberger Stollens durch das Hochwasser 2002 und dessen Sanierung, S. 55-68

                    Albrecht Kirsche: Wo arbeiteten die Glasöfen des Georgius Agricola?, S. 69-80

                    Andrea Kramarczyk: "Das Feuer der Renaissance"- Die Sonderausstellung zur Agricola- Ehrung 2005/06 in Chemnitz, S. 81-98

                    Ulrich Thiel: Forschungen mit Protonenstrahlen- ein Bericht über die Untersuchungen am kolorierten Freiberger Exemplar
                                      von Agricolas "De re metallica", S. 99-110

 

                    Die Vorträge der Preisverleihungen der Jahre 2006 und 2007 sind in einer dritten Publikation zusammengefasst worden.
                    Sie erschien am 8 November 2008. Auf 92 Seiten wird die Laudatio für 6 Preisträger und 5 geschichtliche Aufsätze präsentiert

 

                    Kaden, Siegwart: Dörfliches Gewerbe, Handwerk und Industrie im Wandel der Zeit- dargestellt am Beispiel von
                                               Weigmannsdorf bei Freiberg, S. 23- 36

                    Krüger, Malte: Der Luxus- Automobilbau der Elite- Werke AG in Brand- Erbisdorf, S. 37- 60

                    Bräuer, Helmut: Aspekte der Verwaltungsentwicklung während des Spätmittelalters und am Beginn der frühen Neuzeit,
                                            S. 61- 70

                    Groß, Reiner: Die sächsische Verfassung vom 4. September 1831 und die Verwaltungsorganisation, S. 71- 78

                    Oettel, Andreas: Zur Verwaltungsgliederung Sachsens im 19. und 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksischtigung
                                            des Freiberger Raumes, S. 79- 92

 

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Stand: 08. Nov. 2008